Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Peter Seifert,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
sehr geehrte Mitarbeiter der Stadtverwaltung,
Wie Ihnen bekannt ist,
hat der Kreiselternrat Chemnitz ein Bürgerbegehren gegen die Schulschließungen
initiiert, welches zur Zeit erfreulicherweise trotz Gegenwind sehr tatkräftige
Unterstützung und Anteilnahme in der Chemnitzer Bevölkerung erfährt.
Wir wissen, daß hierzu bei vielen Mitgliedern des Stadtrates und der
Stadtverwaltung tiefgreifende Unklarheiten über die Initiatoren
sowie über Ursache, Inhalt und Ziel des Bürgerbegehrens bestehen.
Weiterhin ist Ihnen bekannt,
daß es schwerwiegende Differenzen bei der Bewertung der derzeit
zur Disposition stehenden Rahmenplanung
B 541/2000 gibt. Bei Einzeldiskussionen ist uns aber immer wieder aufgefallen,
daß viele Stadträte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung dagegen
definitiv nicht wissen, worin diese Differenzen tatsächlich begründet
sind.
Weiterhin dürfte Ihnen
bekannt sein, daß es seitens des Kreiselternrates
schwere Vorwürfe gegen einige, an der Vorbereitung der
Rahmenplanung beteiligte Stadträte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung
gibt. Worin diese begründet sind, und daß diese sich zweifellos
nicht etwa gegen alle Schulausschußmitglieder oder das Schulverwaltungsamt
generell richten, ist aber offensichtlich weitgehend unbekannt.
Den Wenigsten von Ihnen
ist sicher bekannt, daß Chemnitz und Leipzig ihre Rahmenplanungen
zu unterschiedlichen Terminen vorlegen müssen. Im Gegensatz zu Chemnitz
wird in Leipzig über die Rahmenplanung erst im Mai 2001 abgestimmt werden.
Und im Gegensatz zu Chemnitz, wird in Leipzig bereits seit Monaten in
der breiten Bevölkerung über die Rahmenplanung diskutiert, so, wie dies
nun endlich in Chemnitz auch nachträglich erfolgen soll!
Bekannt sein dürfte den
Meisten von Ihnen, daß zur nächsten Stadtratsitzung
Herr Dipl.-Ing. Andreas Müller als Beratender Bürger für den Schulausschuß
vorgeschlagen werden sollte. Er wurde vom erweiterten Vorstand des Kreiselternrates
einstimmig nominiert. Im Schulausschuß ist er bei drei Enthaltungen
mit vier Gegen- und drei Fürstimmen abgelehnt worden.
Die Meisten von Ihnen werden Herrn Müller gar nicht kennen
und sich deshalb bei der Abstimmung von der Meinung dritter leiten lassen
müssen.
Jeder weiß, daß eine
vernünftige Diskussion und Meinungsbildung nur dann stattfinden kann,
wenn bei beiden Seiten klar ist, worüber der jeweils andere redet. Diese
Basis ist offensichtlich aber momentan nicht gegeben. Angesichts der
deutlich erkennbaren Unklarheiten, insbesondere über die Positionen,
Beweggründe und Ziele des Kreiselternrates, halten wir es ungeachtet
der bestehenden Differenzen für äußerst sinnvoll,
Sie, sehr geehrte Damen und Herren, hierüber soweit unsererseits
möglich, zu informieren, um so wieder eine Basis für gemeinsame
Gespräche zu finden!
Als Möglichkeiten hierfür
bieten sich aus unserer Sicht u.a.
völlig unbelastete Informationsveranstaltungen in den Fraktionen
oder direkt im Stadtrat durch den Vorstand des Kreiselternrates
sowie eine persönliche Befragung von Herrn Müller durch die Stadträte
vor der Abstimmung über ihn an. Selbstverständlich sind wir auch für
alternative Vorschläge Ihrerseits betreffs der Informationsdarbietung
prinzipiell offen.
Bitte teilen Sie uns
kurzfristig mit, wie und wann derartige Informationsveranstaltungen
umsetzbar sind. In der Hoffnung, auf diesem Weg wieder zur Sacharbeit
zurückkehren zu können, erwarten wir baldige Antwort!
Mit freundlichen Grüßen!
Der Kreiselternrat Chemnitz
PS:
Der Kreiselternrat ist seit diesem Wochenende auch im Internet unter http://213.187.70.210/ker erreichbar.