Archiv für Kategorie: Schulnetzplanung

PRESSEERKLÄRNG zu PETITION betreffs Elternmitwirkung

Sonntag, April 6th, 2008

Pressemitteilung:

Der Kreiselternrat Chemnitz hat sich nach dem Beschluss seines Strategieprogrammes mit dessen Umsetzung auseinander gesetzt.

Wir sehen bei der Analyse des Ist-Zustandes zwar den positiven Stand unseres Freistaates gegenüber anderen Bundesländern, sehen aber hier genauso noch viele Möglichkeiten und Notwendigkeiten zur Veränderung.

Diese Petition - wenn auch sicher in sehr engem Zusammenhang mit den Abläufen bei den Beschlussfassungen zur Albert-Schweitzer-Mittelschule zu sehen - ist der eigentliche Beginn einer Reihe von parteiunabhängigen bildungspolitischen und elternmitwirkungstechnischen Vorstößen in Richtung unserer Landesgesetzgebung.

Der Kreiselternrat Chemnitz hat sich mit dem heutigen Tag mit einer Petition an den Sächsischen Landtag gewandt, in der er um Klärungen zu Verfahrensabläufen, Zuständigkeiten und Mitwirkungsrechten aus Sicht des Gesetzgebers bittet, gleichzeitig aber auch nachhaltig auf einen Umbau und eine Erweiterung der Elternmitwirkungsverordnung abzielt.

Punkte I (Kreiselternräte) und II (Schulelternräte):
Grundsätzlich waren für die Punkte I und II insbesondere negative Erfahrungen im derzeitigen Tätigkeitsbereich des Kreiselternrates (insbesondere bei Anhörungsverfahren und der Informationsweitergabe z.B. bei: Albert-Schweitzer-MS und Karl-Liebknecht-GS usw.)  sowie von Schulelternräten (Beteiligung bei Anhörungsverfahren/Einflußnahme auf Personalfragen der Elternvertretungen durch Dritte) der Auslöser.
Gleichzeitig erhofft sich der Kreiselternrat endlich eine Klarstellung zu den Mitwirkungsverfahren sowie zu den Kontroll- und Beschwerdemöglichkeiten.

Punkt III (Elternräte der KiTas und Horte):
Mit dem Punkt III möchte der Kreiselternrat Chemnitz ein Zeichen dafür setzen, daß sich die Eltern der KiTas und Horte in ähnlichen gesetzlich legitimierten Strukturen ihre Mitwirkungsrechte wahrnehmen können, wie dies im Schulbereich für Elternräte auf Einrichtungs-, Kreis- und Landesebene möglich ist. Er kommt damit der ihm von den Eltern erteilten Aufgabenstellung nach, diese Strukturen dem neuen Bildung- und Erziehungsauftrag anzupassen und zu stärken.

Punkt IV (Allgemeines)
Punkt IV (1) soll klarstellen, daß Elterninformation eine Bringepflicht ist.

Der Punkt IV (2) wurde ebenfalls durch aktuelle Ereignisse verursacht und soll dazu führen, daß zukünftig die Aufsichtsbehörden selbstständig aktiv werden, wenn in ihrem Aufsichtsbereich gewählte Vertreter der gesetzlichen Elternvertretungen (bzw. die Elternvertretungen als Gremium selbst) öffentlich durch Aussagen oder Handlungen von Dritten diskreditiert werden. Hier sind unzutreffende oder sinnentstellende Aussagen zu Sachfragen genauso gemeint wie persönliche Angriffe.

Aus den Erfahrungen der letzten 11 Jahre Elternarbeit bedarf es aus Sicht des Kreiselternrates Chemnitzes leider mitunter für Menschen im Ehrenamt einer gewissen Schutzfunktion des Staates, um auch in Interessenskonflikten mit anderen Partnern im Schulwesen die Interessen der Eltern so vertreten zu können, wie das Gesetz es vorsieht und die Eltern es wollen.

Der Punkt IV (3) zielt auf den sächlichen Ausstattungsgrad Schulen (insbesondere bei Mittelschulen) und die zunehmende Kostenabwälzung auf die Eltern trotz eigentlich gesetzlich fixierter Lehrmittelkostenfreiheit. Er beschäftigt sich hierbei mit Mindestrichtwertvorgaben für die sächliche Ausstattung (nur dann ist dies ja übeprüfbar!) und mit Möglichkeiten der Mitwirkung der Eltern.
Hintergrund hier ist neben den ständig zunehmenden Kostenbeteiligungen insbesondere auch die eigentliche Situation an den Mittelschulen und die Schaffung von konkurrenzfähigen Bedingungen in Chemnitz im Vergleich zum Umland!

Die Petition ist als Anlage beigeheftet, aber auch unter ker-c.de abrufbar.

Der Vorstand des Kreiselternrat Chemnitz

Petition zur Elternmitwirkung als PDF

Presseerklärung vom 02. April 2008 zum Vorwurf der “ins Persönliche” gehenden Kritik

Donnerstag, April 3rd, 2008

Völlig überrascht waren wir von der Art der Antwort auf unser letzes Schreiben: Nicht etwa, daß wir etwas Falsches gesagt hätten, nein, unser Schreiben stelle einen “ins Persönliche” gehenden Angriff dar. Hier sei darauf hingewiesen, daß der Text der Pressemitteilung nur allgemein über die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Dezernat handelt und nicht einzelne Personen anspricht. Wie die Abläufe im Dezernat im Einzelnen laufen, können wir zwar ahnen, genau wissen können wir das aber nicht.

Da wir uns so nun nicht verstanden wissen wollten, haben wir mit einer weiteren Pressemitteilung geantwortet. In der Sache widerlegt wurde unser Text bislang im Übrigen nicht.

Text der Pressemitteilung im HTML-Format.

Chronik der Abläufe im HTML-Format.

Vollständige Pressemitteilung als PDF-Dokument.

Schwarzer Tag für die Albert-Schweitzer-Mittelschule

Mittwoch, März 19th, 2008

Wie auch auf Freie Presse Online zu lesen ist, hat sich der Stadtrat mit zwar knapper Mehrheit, aber doch gegen die Albert-Schweitzer-MS entschieden. Wie es dazu kommen konnte, und wie abgestimmt wurde, wird zu analysieren sein.
Der von uns erhoffte Neuanfang in der städtischen Mittelschulpolitik ist es jedenfalls nicht.

Tag der Entscheidung zur Albert-Schweitzer-MS

Dienstag, März 18th, 2008

Update am 19.03.2008: Der Vorsitzende des KER-C, Herr Andreas Müller, richtet einen Appell für die Albert-Schweitzer-MS an den Stadtrat der Stadt Chemnitz. (Bitte klicken, um das Dokument als PDFzu lesen).

Morgen, am 19.März 2008, wird der Stadtrat der Stadt Chemnitz über die Zukunft von einer der wenigen noch verbliebenen Mittelschulen (früher gab es ca. dreimal so viele MS) entscheiden. Der zur Abstimmung anstehende Umzug führt dazu, daß es das Angebot der Schule nicht mehr im bisherigen Rahmen am bisherigen Ort geben würde. Der KER-C hat sich deshalb bereits mehrfach deutlich für die Albert-Schweitzer-MS am bisherigen Stadort ausgesprochen.
Es geht hier um eine Entscheidung mit Ausstrahlung, nicht zuletzt weil bei einem Wegfall des bisherigen Standortes der Schweitzer-MS auch mit weiterer Stadtflucht der Mittelschüler aus Chemnitz zu rechnen ist. Die Problematik der Stadtflucht wurde u.a im Offenen Brief zu den Mittelschulen des KER-C aufgezeigt. Dieses Dokument wurde übrigens auf den Tag genau vor einem Jahr veröffentlicht.
Hier auch noch einmal der Standpunkt des Elternrates der Schule und der Kommentar von Andreas Müller, dem Vorsitzenden des KER-C, die gleichfalls vom letzten Jahr stammen und heute leider noch genauso aktuell sind.

Lesen Sie bitte auch den Artikel der “Freien Presse” von gestern weiter unten.

Morgen fällt die Entscheidung: Laßt uns der Schule die Daumen drücken!

FP-Artikel Schweitzer-MS

Große Grundschule Karl-Liebknecht-GS wird geschlossen!

Sonntag, Juli 1st, 2007

Mit Erschütterung haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, daß der Stadtrat der Stadt Chemnitz am 25.April  2007 die Aufhebung der Karl-Liebknecht-GS beschlossen hat. Soweit mir bekannt, hat lediglich die Linke.PDS mehrheitlich gegen diesen Beschluß gestimmt, aus den anderen Fraktionen gab es nur einzelne Gegenstimmen.
Wir möchten hier noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, daß es mit der bestehenden Schulgröße überhaupt keinen Zwang zu dieser Entscheidung gab, vielmehr wird durch diesen Beschluß unleugbar deutlich, daß die mehrheitliche Stadtratspolitik auf die Minimierung der Ausgaben für Schulen und unsere Schüler gerichtet ist. Speziell die oft gehörte Aussage “Wir möchten ja keine Schulen schließen, uns bleibt aber gar keine Wahl” - für viele Elternvertreter immer schon eine dünne Ausrede - erscheint dadurch in einem ganz anderen Licht.
Auf viele der betroffenen Kinder kommen unzumutbare Schulwege (mitten durch die Innenstadt oder am Schloßteich entlang) zu. Es bleibt zu hoffen, daß die Vorsehung  “Schicksalsfälle” in diesem Zusammenhang verhindert; der Stadtrat tut es jedenfalls nicht.

Entwurf Stellungnahme Aufhebung der Berufsvorbereitenden Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC)

Sonntag, Juli 1st, 2007

Hier ein Auszug der wichtigsten Punkte aus dem Entwurfstext:

Entsprechend Wortlaut des Aufhebungsbeschlußantrag B-171/2007 ist beabsichtigt, in der Stadtratssitzung vom 18.07.2007 zu beschließen:

  • die Aufhebung der Berufsvorbereitenden Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC) gemäß § 24 Absatz 3 Satz 1 in Verbindung mit Absatz 1 des Schulgesetzes des Freistaates Sachsen.
  • die Verlegung des Unterrichtes an die drei Schulen zur Lernförderung mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 und
  • die Nutzung von Ausstattungen des BSZ für Technik II, des BSZ für Technik III und der G.-Weerth-Mittelschule durch die Schulen zur Lernförderung für die Fächer Arbeitslehre und Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales (WTH).

Der Kreiselternrat Chemnitz stellt hierzu fest:

  • >Die Planung der Stadt Chemnitz, die Berufsvorbereitende Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC) aufzuheben, wird vom Kreiselternrat Chemnitz bedauert.
  • Mit Blick auf die bauliche Situation des Objektes, der Lehrkräfteausstattung und den seit Jahren bestehenden Koordinationsproblemen zwischen der Berufsvorbereitenden Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC) und den Schulen zur Lernförderung sieht der Kreiselternrat Chemnitz z.Zt. keine Alternative zu den in der Beschlußvorlage vorgeschlagenen Aktivitäten.
  • Der Kreiselternrat Chemnitz stimmt der Beschlussvorlage B-171/2007 zu, bittet aber um Berücksichtigung der nachfolgend aufgeführten Ergänzungsvorschläge.

Der Kreiselternrat Chemnitz bittet ( Ergänzungsvorschläge ) um :

  • die Prüfung und dauerhafte Überwachung, ob und in welchem Ausmaß die natürlichen Fähigkeiten der Lernförderschüler ggf. Einfluss auf die Bewältigung des Schulweges im Rahmen der Kooperationsobjekte haben,
  • die dauerhafte Unterstützung, Überwachung und Information über die Realisierung des Kooperationsprozesses
  • zweckgebundene Zuweisung der eingespaarten Mittel an die drei Lernförderschule

Bitte lesen Sie den vollständigen Text im PDF-Dokument.

Sitzung der AG Mittelschulen am 24.04.2007

Donnerstag, April 12th, 2007

Liebe Mitglieder der AG Mittelschulen
liebe Vorstandsmitglieder,

hiermit möchte ich Sie im Auftrag des Vorstandes recht herzlich zu unserer nächsten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe Mittelschulen des Kreiselternrates Chemnitz einladen.

Wir würden uns freuen, Sie

am 24.04.2007
um 18.oo Uhr

in der Mittelschule Altendorf, Ernst-Heilmann-Straße, 09116 Chemnitz Altendorf
begrüßen zu dürfen.

Hauptthema ist die Definition notwendiger Reaktionen auf das im Wesentlichen von der langjährigen Schulpolitik des Schulbürgerbermeisters verursachte, katastrophale Einschulungsverhalten bezüglich Mittelschulen in Chemnitz und das hieraus resultierende nur noch schwer abwendbare Sterben weiterer Mittelschulen in Chemnitz.

Ihre Teilnahme ist diesmal besonders wichtig, zumal wir voraussichtlich einen sehr hochrangigen Gast der Stadt begrüßen dürfen, welcher sich ein eigenes Bild machen möchte.

Mit freundlichem Gruß

i.A. des Vorstandes
Andreas Müller
- Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

Einladung als PDF.

Umzug der Albert-Schweitzer-Mittelschule?

Mittwoch, April 11th, 2007

Es ist traurig, wenn von zwei Mittelschulstandorten nur einer überleben kann. In Chemnitz reicht das aber nicht immer, manchmal müssen unbedingt beide Schulen unter die Räder kommen.
Als die Kopernikus-MS zur Aufhebung anstand, war leider nicht viel zu verhindern. Was aber anschließend angedacht war, stellte sich leider - sicherlich aus unglücklicher Verkettung von Umständen - erst heraus, als zum Überdenken und zu einer Diskussion keine Möglichkeit mehr bestand.
Was ist geplant? Nachdem die Kopernikus-MS aufgehört hat zu existieren, soll nun die Albert-Schweitzer-MS dorthin umziehen. Nebeneffekte u.a.: Das beliebte Ganztagsprofil kann nicht mehr wie bisher aufrechterhalten werden und man ist auch weit weg von Natur, finanziellen(!) Förderern, die auch noch Schulsanierung auf eigene Kosten machen wollten etc..
Bitte lesen Sie den offenen Brief des Elternrates der Schule und den Kommentar von Andreas Müller, dem Vorsitzenden des KER-C.

Stellungnahme zur geplanten Aufhebung der Karl-Liebknecht-GS

Montag, April 2nd, 2007

Wenn wir uns gefragt haben, warum ein hochkompetenter Vertreter des KER-C im Schulausschuß anscheinend wenig erwünscht ist, so hatten wir bereits mit dem Desaster der Anmeldezahlen der Mittelschulen in diesem Jahr einige Klarheiten.
Wieviel mehr gingen uns aber die Augen auf, wie oft haben wir mit dem Kopf geschüttelt, als wir uns mit den zwei vorliegenden Beschlußvorlagen zur geplanten Aufhebung der Karl-Liebknecht-GS beschäftigen mußten!
Wir danken den Mitgliedern des KER-C für die postiven Rückmeldungen zu dem vorgelegten Entwurf.
Endgültige Stellungnahme als PDF

OFFENER BRIEF ZU DEN MITTELSCHULEN IN CHEMNITZ

Dienstag, März 20th, 2007

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
sehr geehrte Damen und Herren der Sächsischen Bildungsagentur,
sehr geehrte Damen und Herren von Schulverwaltungs- und Jugendamt,
liebe Vertreter des Kreiselternrates und des Stadtschülerrates Chemnitz,

am Samstag, den 17.03.2007 wurden in der Presse die bisherigen Anmeldungen im Mittelschulbereich veröffentlicht. Zu unserer großen Enttäuschung sehen wir uns bestätigt in der Auffassung, daß die letzten Schulschließungen im Mittelschulbereich in keinster Weise der Stabilisisierung des Chemnitzer Schulnetzes dienten, sondern das Problem nur immer weiter in das Stadtinnere holten und weiter verschärften.

Im Zuge der letzten Schulschließungen wurden im Wesentlichen die Randschulen der Stadt Chemnitz zur Schließung ausgewiesen, so die Mittelschulen in Grüna, Wittgensdorf und Harthau. Der Kreiselternrat Chemnitz hat immer davor gewarnt, diese Schulen zu opfern, nicht zuletzt mit dem Bürgerbegehren 2005 dies zu verhindern versucht bzw. mit der ablehnenden Aussage in der vor wenigen Tagen eingereichten Stellungnahme zur Schließung der Mittelschule Wittgensdorf.

Mittlerweile ist der komplette Norden und Süden von Chemnitz “Mittelschulfrei”!

Während sachsenweit die “.. allermeisten Mittelschulen und Gymnasien entspannt das neue Schuljahr planen ..” (Zitat Sächsische Zeitung) tituliert die Freie Presse in Chemnitz: “.. Hälfte der Chemnitzer Mittelschulen mit zu wenigen Anmeldungen ..”. So sind in der Freien Presse allein 5 vom 10 (+2) Mittelschulen der Stadt Chemnitz aufgeführt, die derzeit gerade so knapp eine bzw. gar keine Klasse bilden.

Es ist nicht zu leugnen, daß sich die Schülerzahlen derzeit im Oberstufenbereich halbiert haben. Wir möchten jetzt auch nicht eine Diskussion führen, ob sich die Schülerzahlen zukünftig wieder drastisch oder weniger drastisch erhöhen, sondern uns darauf beschränken, daß sie soweit anwachsen, daß bisherige Prognosen zu Kindertagesstätten längst revidiert und Neueröffnungen vorgenommen werden mußten, ohne daß Wartezeiten in einigen Stadtteilen ausgeschlossen werden konnten.

Beschränken wir uns auf den derzeitigen Stand einer Halbierung der Schülerzahlen gegenüber 1988/9 (dem Ende der DDR), muß dem gegenüber gesetzt werden, daß sich die Anzahl der noch einschulberechtigten öffentlichen Mittelschulen in Chemnitz bereits auf weniger als ein Drittel gegenüber dem Stand 1998 reduziert hat und bei weiteren potentiellen Schließungen auf unter ein Viertel absinken kann! Dies wäre die weitgehende Verabschiedung der Stadt Chemnitz aus diesem Schulbereich! Ein völlig undenkbares Szenario!

In den letzten 10 Jahren geschlossene oder zur Aufhebung ausgewiesene öffentliche Mittelschulen:
01 Alexander-v.-Humboldt-Mittelschule
02 Baumgartenschule Grüna
03 Blaise-Pascal-Mittelschule
04 Dr.-Theodor-Neubauer-Mittelschule
05 Emanuel-Gottlieb-Flemming-Mittelschule
06 Gottfried-Keller-Mittelschule
07 Johann-Gottfried-Herder-Mittelschule
08 Karl-Liebknecht-Mittelschule
09 Kirchner-Mittelschule Wittgensdorf (incl. ihrer Außenstelle MS “Röhrsdorf”)
10 Käthe-Kollwitz-Mittelschule
11 Max-Plank-Mittelschule
12 Mittelschule Borna
13 Mittelschule Harthau (incl. ihrer Außenstelle MS “Einsiedel”)
14 Mittelschule Markersdorf
15 Mittelschule Rabenstein
16 Nikolaus-Kopernikus-Mittelschule
17 Pablo-Neruda-Mittelschule
18 Schlossschule Mittelschule
19 Theodor-Körner-Mittelschule
20 Valentina-Tereschkowa-Mittelschule
21 York-Mittelschule

Bereits davor geschlossene öffentliche Mittelschulen:
22 Mittelschule Siegmar (später zeitweise Außenstelle der Mittelschule Schönau)
23 R.-Koch-Mittelschule
24 Otto-Lilienthal-Mittelschule
25 Mittelschule “Einsiedel” (später zeitweise Außenstelle der Mittelschule Harthau)

Noch zur Einschulung freigegebene öffentliche Mittelschulen:
01 Albert-Schweitzer-Mittelschule
02 Annen-Mittelschule
03 Friedrich-Adolf-Wilhelm-Diesterweg-Mittelschule
04 Georg-Weert-Mittelschule
05 Josephinenschule -MS -
06 Mittelschule Altendorf
07 Mittelschule “Am Flughafen”
08 Mittelschule Reichenbrand
09 Mittelschule Schönau
10 Untere Louisenschule -MS-

Noch zur Einschulung freigegebene öffentliche Mittelschulen mit Sonderkonzepten:
11 Jan-Amos-Comenius-Mittelschule (Sonderschule: Sportschule)
12 Chemnitzer Schulmodell Abrecht-Dürer-Schule (Sonderpädagogisches Konzept)

Von ehemals mindestens 35(+2) Mittelschulen dürfen somit derzeit noch 10(+2) Mittelschulen einschulen.

Recht zu erhalten ist nicht immer schön, kann sogar mitunter sehr weh tun.

Das derzeitige mehrfache Nichterreichen der notwendigen Schülerzahlen trotz Reduzierung der Mittelschulen auf unter ein Drittel in Chemnitz, während in anderen Landesteilen Sachsens die “… allermeisten Mittelschulen und Gymnasien entspannt das neue Schuljahr planen …” (Zitat Sächsische Zeitung), läßt leider keinen anderen Schluß mehr zu, als daß die vom längjährigen Schulbürgermeister verfolgte Politik im Mittelschulbereich tatsächlich als grundlegend gescheitert angesehen werden muß und die Stadt Chemnitz deswegen heute vor kaum lösbaren Problemen steht.

Die Schließung der Randschulen hat dazu geführt, daß große Teile potentieller Mittelschüler der Stadtteile Röhrsdorf, Wittgensdorf, Glösa-Draisdorf, Heinersdorf, Ebersdorf, Euba, Kleinolbersdorf-Altenhain, Einsiedel, Erfenschlag, Harthau, Klaffenbach, Hutholz, Mittelbach und Grüna sowie geringere Teile der Stadtteile Reichenhain und Adelsberg sich nicht mehr im “Oberzentrum” Chemnitz beschulen lassen, sondern statt dessen in Umlandgemeinden ausweichen.

Unterstützt wird dieser Prozess durch deutlich höhere Mittelbereitstellungen der Umlandgemeinden für ihre Schulen sowie durch eine teilweise deutliche kostengünstigere Schülerbeförderung dort. So sind die schülerbezogenen Mittelbereitstellungen in den Umlandgemeinden zum Teil doppelt so hoch, wie in Chemnitz.

Die jahrelange zu geringe Mittelbereitstellungen in Chemnitz tut allen Schularten weh. Die Mittelschulen als sozialer Brennpunkt trifft es besonders hart. Der Hilfeschrei der Mittelschulen im vergangenen Jahr verstummte leider viel zu schnell wieder und führte zu keiner Verbesserung in Chemnitz.

Die Flucht ins Umland und - seit der Öffnung der Bildungsempfehlung für Gymnasien auch dorthin - ist derart konsequent und massiv, daß bereits zeitnah das Funktionieren eines die Kinder erfolgreich auf das spätere Leben vorbereitenden Mittelschulbetriebes trotz größter Anstrengungen der Lehrerschaft und Schulleitungen immer problematischer wird.

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, daß es sich diesmal nicht um ein Problem der Landesschulpolitik handelt, sondern hausgemacht ist.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Frau Barbara Ludwig, hat sofort nach ihrem Amtsantritt unter ihrer Leitung einen Arbeitskreis zur Fachkräfteproblematik eingerichtet, der hervorragend arbeitet und bereits jetzt erste Verbesserungen veranlasst hat. In ihm sind neben der CWE, der IHK, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit, der Sächsischen Bildungsagentur, dem DGB, dem Arbeitskreis “Schule-Wirtschaft” und der BWC unter anderem auch Frau Hetzel und Herr Müller vom Kreiselternrat sowie Herr Hufenbach vom Stadtschülerrat vertreten.

Der Kreiselternrat Chemnitz bittet Frau Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ausdrücklich darum, unter ihrer Leitung einen analogen Arbeitskreis “Mittelschulen” einzurichten, welcher eine grundlegende Änderung der Stadtpolitik im Mittelschulbereich und - was noch viel wichtiger ist - eine deutliche Verbesserung bei den Mittelschulen insgesamt - bewirken soll. Es ist hierbei höchste Eile geboten.

Ohne die Entscheidungsmöglichkeiten der Oberbürgermeisterin bei der Belegung einer solchen Arbeitsgruppe einschränken zu wollen, möchten wir empfehlen, neben Herrn Näther (Schulverwaltungsamt) und Herrn Pethke (Jugendamt) sowie eines Vertreters der Sächsischen Bildungsagentur vor allem Schulleiter, Vertreter der Jugendeinrichtungen (Ganztagsschulen) sowie des Kreiselternrates Chemnitz und Stadtschülerrats Chemnitzes anzusprechen.

Wir möchten gleichzeitig die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ausdrücklich darum ersuchen, Ihre gesamte Kompetenz und Kraft als Oberbürgermeisterin dafür einzusetzen, daß im Rahmen der Lenkungsgespräche an allen 10 (+2) Mittelschulen Klassen eröffnet und der Mitwirkungsentzug durch das SMK für diese Jahrgangsstufe in jedem Fall verhindert wird.

Wir bieten schon heute sowohl für den Arbeitskreis “Mittelschulen” als auch für die Lenkungsgespräche unsere Mitarbeit an.

Mit freundlichem Gruß

gez. Andreas Müller
- Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Ines Hetzel
- 1. Stellv. Vorsitzende des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Jonas Lange
- Stellv. Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Sonja Grundmann
- Stellv. Vorsitzende des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Bernd Günther
- Stellv. Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Annett Beitzel
- kooptiertes Vorstandsmitglied und Vorsitzende Arbeitsgruppe Förderschulen des Kreiselternrat Chemnitz -