Der Minister geht - das Problem bleibt!

Liebe Mitstreiter,

gerade geht die Meldung um, dass der Kultusminister Wöller zurückgetreten ist.

Link: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3017110&newsfeed=rss
Beim MDR: http://www.mdr.de/nachrichten/woeller110_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

Es kommt Bewegung in die Sache. Das zeigt, dass die Regierungsparteien sehr genau wissen, was los ist. Es zeigt aber auch, dass die Spitze noch nicht zu einer Bewegung bereit ist.

Laßt uns das ein Ansporn sein, zur Demo am 28. März mit Mann und Maus, Oma und Opa, Hund und Katze zu erscheinen!

In diesem Sinne herzliche Erfolgswünsche

Update: Die Erklärung des Ministers im Wortlaut

Update: Nachfolgend ein offener Brief des Landeselternrates an den Ministerpräsidenten.  Brief als PDF

Offener Brief des Landeselternrates Sachsen an Ministerpräsident
Stanislaw Tillich anlässlich des Rücktrittes von Staatsminister Prof. Dr. Wöller

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
der Landeselternrat Sachsen hat heute den Rücktritt des Staatsministers Prof. Dr. Wöller zur
Kenntnis genommen  -  die Gründe, die der Staatsminister für seinen Rücktritt angibt, sind
alarmierend. Demnach führt die geplante fünfzigprozentige Finanzierung des ohnehin völlig
unzulänglichen „Bildungspaketes“ aus dem Haushalt des SMK zu einem signifikanten,
unterrichtswirksamen Lehrerstellenabbau.
Das ist für Sachsens Eltern nicht hinnehmbar!
In diesem Sinne zollen wir der Entscheidung des Staatsministers Prof. Dr. Wöller Respekt,
wenn er die sich  abzeichnende Entwicklung im sächsischen Bildungssystem nicht weiter
mittragen kann und danken Ihm für die Zusammenarbeit mit dem LER Sachsen.
Aber auch unabhängig von der Frage der Finanzierung kritisiert der Landeselternrat Sachsen
erneut das durch die FDP/CDU Koalition verabschiedete Bildungspaket. Dieses wird dem
selbstgesteckten Ziel, freiwerdende Lehrerstellen neu zu besetzen, nicht gerecht und
ignoriert wesentliche Entwicklungen im sächsischen Bildungssystem.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Erklärung des Landeselternrates und der
Kreiselternräte zur Lehrerversorgung an Sachsens Schulen vom 20.02.2012. Insbesondere
möchten wir folgende Forderungen bekräftigen:
1.  Steigende Schülerzahlen erfordern mehr unterrichtswirksame Lehrerstellen. Aktuelle
Prognosen müssen dabei berücksichtigt werden!
2.  Bei der Planung der einzustellenden Lehrer muss der Bedarf der jeweiligen Schulart
und die benötigte Fachspezifik berücksichtigt werden. Hierfür sind rechtliche
Grundlagen zu schaffen, die das Einstellen von Lehrern entsprechend der benötigten
Fachspezifik erlauben.
3.  Die Attraktivität des Lehrerberufs im Allgemeinen, besonders aber für Grundschulen,
Mittelschulen und für Sonderpädagogik muss deutlich erhöht werden, damit sich
Studienanfänger für Studienrichtungen entscheiden, für die ein tatsächlicher Bedarf
besteht und ein Abwandern von Lehrkräften in andere Bundesländer mit
attraktiveren Arbeitsbedingungen verhindert wird.
4.  Neben den unterrichtswirksamen Lehrerstellen sind zudem die für ein
funktionierendes Schulsystem notwendigen Unterstützungssysteme wie
Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter  etc. in wirksamer Weise vorzusehen.
5.  Die Umsetzung der UN-BRK im Schulsystem, zu der Sachsen verpflichtet ist, erfordert
in der Anfangsphase deutliche Investitionen. Auch  diese müssen in einem
nachhaltigen Konzept berücksichtigt werden.
Ein weiteres Ignorieren der teilweise seit Jahren bekannten Aspekte würde eine rasche
Verschlechterung der Bildungsqualität in Sachsen zur Folge haben. Dies wäre eine
Entwicklung, die sich  nur schwer wieder umkehren ließe und die sich Sachsen tatsächlich
nicht leisten kann.
Der Landeselternrat Sachsen fordert Sie daher auf, Ihrer Verantwortung für die positive
Weiterentwicklung Sachsens, die zu einem wesentlichen Teil auf einer exzellenten Bildung
fußt, gerecht zu werden und die notwendigen Schritte für ein nachhaltiges, qualitativ
hochwertiges Bildungssystem einzuleiten.
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Hellner
Vorsitzender Landeselternrat Sachsen