Bildungsnotstand durch Abordnungspraxis

Pressemitteilung des KER-C:

Durch Abordnungspraxis droht Bildungs-notstand – neues Schuljahr keinesfalls „gut vorbereitet“

In seiner heutigen Pressemitteilung zur Vorbereitung  des Schuljahres erklärt Kultusminister Prof. Wöller das neue Schuljahr für gut vorbereitet. In Wirklichkeit führen die massenhaften Abordnungen (Teilversetzungen) von Chemnitzer Gymnasial- und Mitteschullehrern an andere Schulen zu starken Einschränkungen der Lehrerstundenzahl an den Stammschulen der abgeordneten Lehrer. Die Folge sind Fach- und Klassenlehrerwechsel in Größenordnungen, nicht vertretbare Kürzungen im Bereich der Ganztagsangebote und im AG-Bereich, es entfallen Klassenleiterstunden und Hausaufgabenbetreuung. Ein steigender Ausfall von Unterrichtsstunden ist vorprogrammiert, da bei Erkrankung von Lehrern Vertretungen nicht mehr abgesichert werden können.

Die Tatsache, dass in manchen Lehrerkollegien mehr als die Hälfte der Lehrer zusätzlich an andere Schulen abgeordnet worden und ein gleichzeitiges Unterrichten nicht nur an 2 sondern an 3-4 Schulen keine Seltenheit ist, führt zu einem Bildungsnotstand, der aus Sicht des Kreiselternrates nicht mehr verantwortbar ist.
Wir fordern Kultusminister Prof. Wöller auf, diese sächsische Abordnungspraxis dringend zu beenden. Von einem gut vorbereiteten Schuljahr kann keine Rede sein. Lehrer herumzuschubsen wie Spielfiguren führt dazu, dass sich immer mehr Eltern und Schüler gegen öffentliche Schulen entscheiden. So wird  der Freistaat Sachsen seinem Bildungsauftrag nicht gerecht!

Annett  Bartl
für den Kreiselternrat Chemnitz

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