Mitgliederversammlung - Jetzt muß mit Wegsparen Schluß sein !!!

pict0814-kleinDer Vorstand konfrontierte die Mitgliederversammlung mit der vollen Wucht und Dramatik der Entwicklungen im sächsischen und chemnitzer Bildungsbereich. Prominente Verstärkung erhielt er hierfür durch die Lehrergewerkschaften.

Die  schließungsgefährdeten sechs Grundschulen  und ein bis zwei Mittelschulen stehen ebenso wenig allein, wie die beiden Förderzentren, welche dringendst die Bewilligung von Baumitteln benötigen! Es darf kein “Weiter so!” bezüglich Einsparungen im Bildungsbereich mehr geben.

Die beiden beigefügten Präsentationen zu Negativentwicklungen in Chemnitz/Sachsen im Bereich Bildung bzw. zur Lehrer- und Schülerentwicklung in Sachsen sind sehr aussagefähig und zur freien Verwendung in allen Gremien der Elternvertretungen freigegeben. Es wird dringend empfohlen, diese bei der Argumentation unbedingt auch zu nutzen!


Unser Kreiselternrat hat sich gestern zur turnusmäßigen Mitgliederversammlung getroffen.  Auch wenn zunächst äußerlich alles in den Schulen noch seinen gewohnten (Sachsen in Bildungsvergleichen fordere Plätze einbringenden) Lauf zu nehmen scheint, so ist doch diesmal alles anders:

Es ist u.E. wie die letzte trügerische Ruhe vor einem Hurrikan, nach dessen Wirken kaum noch etwas so sein wird, wie es einmal war.

Der Vorstand des Kreiselternrates sah sich gezwungen, die Mitgliederversammlung mit der vollen Wucht und Dramatik der Entwicklungen zu konfrontieren, welche in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren auf die Schulen, unsere Kinder, uns Eltern und auf die Lehrer zukommt und weitgehend alle betreffen wird. Wobei die beabsichtigten 6 Grundschulschließungen fast wie ein Vorspiel wirken.

Selbst gestandenen und jahrelang als Elternvertreter aktiven Vorstandsmitgliedern fällt es noch immer schwer, sich vorzustellen, wie real und gravierend die Veränderungen sein werden, welche auf unsere sächsische und chemnitzer Bildungslandschaft zurollen, wenn es nicht mehr gelingt, dies mit einer breiten Massenbewegung zu stoppen.

Der Vorstand informierte seine Mitglieder über die Fortschritte im Schulterschluß mit anderen Gremien (Lehrergewerkschaften/Schülerrat/Studenten usw.) und über einen groben Zeit- und Intensitäts-Rahmen für Aktionen zur Sicherung wenigstens der jetzigen Situation im sächsischen Bildungswesen.

Hauptthema war hierbei erwartungsgemäß zunächst die Problematik der 6 schließungsgefährdeten Grundschulen. Hier wurde auch klar, dass eine Schließung nicht etwa nur Auswirkungen auf die Kinder und Eltern der 6 Schulen hätte, sondern auch auf die Schulen, welche die Klassen jener Schulen aufnehmen sollen.  Angesprochen sei neben der Raumsituation u.a. die gravierende Erhöhung der Klassenanzahl und der Klassenstärke. Es ist folglich von diesem Eingriff fast das halbe Grundschulnetz betroffen. Wenn dies tatsächlich umgesetzt werden könne, besteht darüber hinaus kaum noch eine Chance zukünftig weiteren “Schließungen” Einhalt zu gebieten.

Doch auch im bereits von ehemals 34 +2 staatlichen Schulen auf 10 +2 geschrumpften Mittelschulnetz gibt es weitere Schließungsgefahr für 2 Mittelschulen. Bei den Gymnasien kann derzeit die Gefährdung von 2 Standorten aus der geänderten Bildungsempfehlung und hieraus sich ändernden Schülerströmen nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Baumaßnahmen für die Sprachheilschule und das Förderzentrum für Körperbehinderte (beide Schulen mit Kindern aus ganz Sachsen!) liegen wegen Nichtbewilligung von Fördermitteln auf Eis und gefährden damit insbesondere bei dem Förderzentrum die Bestandssicherheit, da das vorhandene Domizil nach unserem Kenntnisstand baulich ohne gravierende Eingriffe nicht mehr lange haltbar sein dürfte.

Doch neben diesen Punkten ist das Bildungssystem vor allem durch den geplanten Abbau von ca. 5000 Lehrerstellen bei in ganz Sachsen steigenden Schülerzahlen gefährdet. Bei einer Größenordnung von ca 27.640 Lehrerstellen derzeit und den in diese Stellen einzurechnenden Überhänge aus bisherigen Altersteilzeitvereinbarungen (Lehrer werden zwar noch bezahlt - belegen Lehrerstellen - sind aber nicht mehr im Arbeitsprozess) bedeutet die Reduzierung der Lehrerstellen auf die vom Sächsischen Staatsministerium für Finanzen (SMF) geplanten 23.000 eine Reduzierung um ca. 17 % !!!!!

Seitens der Lehrergewerkschaften wird aber angesichts steigender Schülerzahlen ein tatsächlicher Bedarf von über 28.000 Lehrerstellen prognostiziert, will man den derzeitigen Stand halten. Möchte man die Maßnahmen des Koalitionsvertrages umsetzen, dürfte sich der Bedarf gar noch weiter erhöhen!

Fazit der Veranstaltung: Wir können und wollen dieser Entwicklung nicht tatenlos gegenüber stehen. Die grundlegenden Weichen für Aktivitäten wurden gestellt. Die Feinabstimmungen werden in den schulartenspezifischen Arbeitsgruppen erfolgen. Alle Eltern sind aufgerufen, die auf uns zukommende Entwicklung breit in die Elternräte und darüber hinaus in die Bevölkerung zu tragen, weitere Verbündete zu suchen und alle auf ein arbeits- und aktionsreiches, öffentlichkeitswirksames  2. und 3. Quartal 2010 vorzubereiten. Dieses Mal geht es nicht “nur” um Schulschließungen, sondern wohl mehr als je zuvor, um alles, was Bildung in Sachsen derzeit ausmacht und unseren Kindern Chancen für eine erfolgreiche Entwicklung ermöglicht!


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