Aktuelles Statement zur Problematik der angedachten Grundschulschließungen

dsc00004-kleinAngesichts der Sparpläne von Freistaat Sachsen und Stadt Chemnitz laufen im Kreiselternrat Chemnitz die Telefone heiß.

Sechs Grundschulen sollen geschlossen werden, obwohl die überwiegende Anzahl von ihnen gesicherte Schülerzahlen haben, eine sogar zweigügig ist.

Doch auch ein bis zwei Mittelschulen sind ernsthaft gefährdet. Die Fördermittel für die Schüler aus ganz Sachsen beschulenden Förderzentren (Körperbehindertenschule und Sprachheilschule) werden nicht bewilligt.  Der nahende Lehrermangel und damit zu erwartender Unterrichtsausfall und weitere Schulschließungen ist kaum noch aufhaltbar.

Für den Vorstand gilt es nun, die Situation zu sondieren und dem Gremium Kreiselternrat Wege vorzuschlagen, wie wir hierauf reagieren werden.



Der Vorstand hat sich heute eingehend mit der Problematik der angedachten Eingriffe in das Grundschulnetz beschäftigt.  Wir bedanken uns zunächst für die zahlreichen Rückmeldungen, insbesondere aus den betroffenen Schulen und für die Informationen zu den bereits eingeleiteten Protestmaßnahmen. Gleichzeitig bedanken wir uns auch bei den Stadträten, Institutionen, Firmen, Gremien und Initiativen, welche uns in den letzten Tagen ihre Besorgnis über diese Entwicklung mitgeteilt haben.

Die seitens der Stadtspitze vorgeschlagenen Eingriffe sind für den Vorstand völlig inakzeptabel.

Fraglich ist für uns, ob die Stadt Chemnitz tatsächlich ernsthaft beabsichtigt, diese Eingriffe auch zu vollziehen, oder ob sie nur besonders drastisch auf die Situation aufmerksam machen will, dass der Freistaat seine Sparpläne in nicht mehr stemmbaren Maße auf die Kommunen abwälzt und diese letztlich das Bankendesaster ausbaden lässt.

Auch wenn wir positiver Weise zunächst diese Motivation hinter den Schließungsplänen sehen wöllten, ist es dennoch ein heißes Spiel. Die Folgen für unsere Kleinsten wären fatal.

Die Freie Presse beschrieb die Situation aus unserer Sicht in einem Kommentar sehr treffend:

“Das Manöver ist durchsichtig: Nachdem der Stadtrat das gleiche Ansinnen vor einem Jahr abgelehnt hatte, nimmt die Schulverwaltung jetzt die Haushaltssicherung zum Anlass, um größere Schulbezirke und damit Klassenstärken durchzusetzen. Denn 15 Schüler pro Klasse, wie gesetzlich
gefordert, erreichen auch fast alle zur Schließung vorgeschlagenen Schulen. Aber Fördermittel gibt es in Sachsen erst, wenn Klassen mindestens 25 Schüler zählen – ein Widerspruch, den das Kultusministerium endlich auflösen muss. Sparen ausgerechnet an Kindern ist eine Schande.”

Zur Mitgliederversammlung werden wir darüber beraten, wie wir unabhängig von den Einzelaktionen der Schulen auch als Gesamtgremium auf diese Situation reagieren können.

An die Stadträte appellieren wir, den Schließungsabsichten, wie vor der Wahl, auch dieses Mal wieder klar die Rote Karte zu zeigen.

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