Die Stadt Chemnitz ist kein Schulleiter-”Ersatzteillager” !!!

Hinweis von Andeas Müller: Der Autokorso beginnt am Dienstag, dem 8. Juli 2008, um 18:00 Uhr. Der Autokorso ist nicht mehr notwendig, siehe oben.

Unmittelbar nach der Schultheaterwoche wurden die Eltern, Schüler und Lehrer des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium und des Gymnasium Einsiedel mit der Nachricht konfrontiert, dass massive Eingriffe in die Leitungsstruktur ihrer Schulen geplant seien. Diese Nachricht erreichte u.E. die Schulen nicht etwa als offizielle Mitteilung seitens der Bildungsagentur, sondern über die Schulleiter.

So soll im Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium - einem der größten Gymnasien des Regierungsbezirkes - der Direktor, Herr Gersdorf , zum Schuljahresende nach Burgstädt versetzt werden, obwohl dort nach den uns vorliegenden Informationen ein Ausschreibungsverfahren für die Schulleiterstelle stattgefunden hat, bei welchem sich mehrere erfahrene Pädagogen und Schulleiter beworben hatten.
Gleichzeitig soll die im Gymnasium Einsiedel allseits geschätzte stellv. Schulleiterin , Frau Klein, kommissarisch die Schulleitung am Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium übernehmen.
Während das Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium damit innerhalb von einem Jahr beide Schulleiter verliert (der stellv. Schuleiter wurde zum Schuljahresanfang erst neu besetzt!), bedeutet auch die kommissarische Versetzung der Stellv. Schulleiterin des Gymnasiums Einsiedels für dieses Gymnasium einen harten Schlag, zumal auch hier der Schulleiterwechsel  noch nicht ewig her ist.

Kritisch wird in diesem Zusammenhang nicht nur die fehlende Einarbeitungszeit für Frau Klein gesehen, sondern auch, dass sie - nach uns vorliegenden Informationen - in einem anderen Gymnasium als Stellvertreterin des Schulleiters gearbeitet hat, welcher nunmehr als ihr Stellvertreter am  Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium tätig ist. Auch wenn davon ausgegangen wird, dass beide sich bemühen werden, ist ein solches umgedrehtes Führungsverhältnis i.d.R. nie problem- und reibungsfrei.

Herr Gersdorf hat dem Vorsitzenden des Schulelternrates des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums und Vorsitzenden des Kreiselternrates, Herrn Müller, ausdrücklich bestätigt, dass von ihm keine Bewerbung erfolgt sei. Warum die übrigen Bewerber nicht geeignet gewesen sein sollen und warum das Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium gerade innerhalb einer “Umbruchphase” die allseits in der Schule geschätzte Führungskraft entzogen bekommen und statt dessen eine kommissarische Schulleiterin erhalten soll, ist für die gesamte Schule unbegreiflich.

Ist es legitim und Bildungsqualität sichernd, dass eines der größten Gymnasiums der Region in einer Umbruchphase kurzfristig die Führungskraft entzogen bekommt und eine kommissarische Schulleiterin erhalten soll, obwohl bei der Besetzung am Gymnasium Burgstädt offensichtlich ausreichend Bewerber vorhanden waren und auch dort - notfalls! - eine kommissarische Besetzung möglich gewesen wäre???

Neben der gerade im Anlauf befindlichen Umstrukturierung zur Schule mit Ganztagesangeboten mit weitreichenden Folgen (z.B. Blockunterricht, AG-Gestaltung usw.) stehen die Fragen des neuen Lehr- und Prüfungsplanes sowie die weitere Ausbildung des musischen Profils auf der Tagesordnung. Schulleiter, Lehrer, Eltern und Schüler haben hier derzeit vielfältige Aktivitäten angearbeitet, die größere Reibungsverluste, welche mit der Einarbeitung einer neuen Schulleiterin verbunden wären, aus unserer Sicht nicht zulassen!
Hinzu kommt, dass nächstes Schuljahr die einwöchige 100-Jahrfeier des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums ansteht, welche maßgeblich durch Herrn Gersdorf organisiert wird und wo er persönlich finanziell bürgt und der Unterzeichner aller Verträge ist.

Nachdem sich der Kreiselternrat bereits an die Stadt Chemnitz gewandt hat, ihre Kraft für den Verbleib an der Schule einzusetzen und auch der Personalrat des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums diesbezüglich bei der Sächsischen Bildungsagentur vorgesprochen hat, haben sich Eltern und Schüler nun entschlossen, diese Problematik öffentlich zu thematisieren.

Der Schüler-Warnstreik heute morgen war hierfür der Auftakt und wurde von den Eltern des Schulelternrates ausdrücklich begrüsst und unterstützt. Vielen Dank an alle Schüler, insbesondere an die Organisatoren! Es geht ja um Euch !
Es geht um eine optimale Bildung unserer Schüler,  um ein absolut ausgeprägtes Vertrauensverhältnis von Schülern, Eltern und Lehrern zum Schulleiter  und um eine Sicherung aller der Dinge, welche das Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium auszeichnen.
Es geht aber auch darum, ein Zeichen zu setzen, wie wichtig gerade hervorragende Schulleiter und deren Stellvertreter sind, um eine gute Bildung und Schulqualität zu sichern, dass gerade diese Führungskräfte eben nicht beliebig austauschbar sind und hier unsere Besten berufen werden müssen. Dies betrifft die Gymnasien im Übrigen genauso wie auch die Mittelschulen, wo zumindest an der Unteren Luisen Schule -Mittelschule- gerade zu erkennen ist, zu welchen  Problemen heftig umstrittene Schulleiterbesetzungen  führen können.

Dies wird durch das Stellenkarussell komplett in Frage gestellt - am Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium vielleicht noch stärker, als am Gymnasium Einsiedel, aber letztlich doch bei beiden ähnlich.
Im Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium werden in den nächsten Tagen weitere Aktivitäten folgen. Wir hoffen auf die Unterstützung auch der Eltern und Schüler des Gymnasiums Einsiedel hierbei genauso, wie auf die Unterstützung aller, welche an dem Bildungsstandort Chemnitz interessiert sind.

Es darf nicht sein, dass die Stadt Chemnitz als Schulleiter-”Ersatzteillager” für das Umland genutzt wird. Wir verlieren bereits im Mittelschulbereich genug Schüler an das Umland. Es ist an der Zeit, dass alle Verantwortlichen in Chemnitz sich stark machen, damit nicht durch kaum nachvollziehbare Personalentscheidungen im Gymnasialbereich auch hier eine Schwächung eintritt.

i.A. des Schulelternrates des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium und des Kreiselternrates Chemnitz

Andreas Müller
- Vorsitzender des Kreiselternrates Chemnitz und des Schulelternrates des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium -

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