Nicht 50, sondern 320+10 Widersprüche gegen Umzug der Schweitzer-MS liegen vor!

Manchmal sagen Worte wenig und manchmal sehr viel - nicht zuletzt auch über denjenigen, welcher sie sprach:

>> … “Wir werden die Widersprüche so schnell wie möglich bearbeiten”, sagt Berthold Brehm. Auch der Kreiselternrat werde ein Antwort bekommen, obgleich er nicht zu den direkt Betroffenen gehöre. … <<
(Zitat: FP vom 09.05.2008)

Die Mittelschullandschaft in Chemnitz wurde innerhalb von 15 Jahren von ehemals 35 nichtprivaten Regel-Mittelschulen auf heute gerade mal noch 11 nichtprivate Regel-Mittelschulen zusammengeschrumpft. Davon haben bereits heute 2 weitere Regel-Mittelschulen ernsthafte Bestandsprobleme. Sie haben diese Probleme nicht etwa, weil die Schülerzahlen so gering sind - längst haben sie sich bei zwei Drittel des Vorwendedurchschnitts eingepegelt - sondern weil infolge geschlossener Randschulen und nichtkonkurrenzfähiger Ausstattung der städtische Mittelschulen immer mehr Eltern ihre Kinder im Umland beschulen.
Wir fragen uns ernsthaft, ab wann der Kreiselternrat Chemnitz als Vertretung aller Eltern an Chemnitzer Schulen mit seinen Eltern nach Meinung des Schuldezernenten tatsächlich “direkt” Betroffen ist? Erst wenn wir nur noch 8 Regel-Mittelschulen haben, oder bei 7 oder 6 oder … Erst wenn 20% der Chemnitzer Eltern ihre Kinder in Mittelschulen des Umlandes einschulen oder bei 30% oder 40% …
Wir jedenfalls fühlen uns bei jeder, der wenigen noch verbliebenen Regel-Mittelschulen direkt betroffen, wenn eine Bestandsgefährdung für diese zu erkennen ist, insbesondere dann, wenn diese Bestandsgefährdung aus unserer Sicht vom Schuldezernat “hausgemacht” ist.

>> … Geplant ist der Umzug der Schweitzerschule für die Sommerferien. Der Termin könnte sich allerdings, so Brehm, durch Widersprüche verzögern. Das ficht ihn jedoch nicht an: Dann zieht die Schule eben in den Winterferien um.” … <<
(Zitat: FP vom 09.05.2008)

Die Albert-Schweitzer.MS ist in ihrem Innerem mit allem ausgestattet, was ihre gute Arbeit ermöglicht hat. Sie wurde liebevoll von Lehrern, Eltern und Schülern “in Schuss gebracht”. Neben dem  Vorrichten der Räume, des Schulclubs und des Hofes wurde u.a. ein Schulradio eingerichtet - alles in Eigenleistung.
Ein Umzug in die N.-Kopernikus-MS mit schöner Fassade aber unsaniertem Innenbereich bedeutet eine massive Verschlechterung der Lern- und Lebensbedingungen der Schüler. Aber das alles “ficht” also nicht an, oder?
Uns schon! Soziale Verantwortung für unsere Jugend bedeutet für uns in jedem Fall etwas ganz ganz anderes! Wir fordern eine weitere Verbesserung der Schulbedingungen in allen Mittelschulen, nicht etwa eine weitere Verschlechterung!

>> … Nicht nachvollziehen kann der Bürgermeister den Vorwurf des Kreiselternrates, nicht ernsthaft mit der Wohnungsgenossenschaft Einheit an einem Konzept zum Erhalt des Schulstandortes gearbeitet zu haben. “Wir haben uns zusammen gesetzt und geredet.” Doch bei den gegensätzlichen Ansichten sei kein Konzept zustande gekommen. … <<
(Zitat: FP vom 09.05.2008)

Das Konzept der WG “Einheit” ist aus unserer Sicht mehr als zuvorkommend für die Stadt Chemnitz. Sie wollen der Stadt Chemnitz in nicht unerheblichem Umfang Geld für die Schulsanierung zur Verfügung stellen. An der WG “Einheit kann es aus unserer Sicht und den Gesprächen mit der Geschäftsleitung nicht gelegen haben.
Wenn allerdings das Schuldezernat entgegen des Stadtratsbeschlusses weiter den Umzug der Albert-Schweitzer-MS favoritisiert, liegt es u.E. auf der Hand, daß da “gegensätzliche Ansichten” bestehen.
Bestärkt in unserer Auffassung sehen wir uns durch das “Tauziehen” um die Gegendarstellung der WG “Einheit” im Chemnitzer Amtsblatt.
Wie der Schuldezernent “Zusammenarbeit” sieht, zeigt uns ja auch die frühere Aussage:

>> …”Die Schweitzer Schule war schon im November auf der Tagesordnung. Der Elternrat hatte lange genug Zeit, dazu was zu sagen … Ich bin trotzdem weiter zu einer Zusammenarbeit bereit” … <<
(Zitat: Berthold Brehm/Morgenpost vom 01.04.2008)
Ob nicht beantwortete mündliche und schriftliche Anfragen sowie die Nichtbereitstellung von Beschlussvorlagen trotz eindeutiger dahingehender Willensbekundung des Stadtrates in der vorletzten Wahlperiode als “Zusammenarbeit” bezeichnet werden kann, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar? Ein Schuldezernent mag da durchaus eine andere Auffassung haben.
Wir sagen deshalb nochmals “Nein, Danke! So eine Zusammenarbeit nicht!”

In diesem Zusammenhang möchten wir uns noch einmal bei den Stadträten und Landtagsabgeordneten bedanken, die sich bisher so engagiert für einen Verbleib der Albert-Schweitzer-Mittelschule eingesetzt haben. Wir möchten gleichfalls noch einmal den Wunsch bekräftigen, die direkte Zusammenarbeit mit dem Stadtrat in den nächsten Monaten weiter auszubauen.

Widerspruch des Vorstandes des KER-C

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