Archiv für 2007

Krankheitsausfall

Sonntag, Juli 1st, 2007

Ich bitte um Nachsicht, daß im Zuge einer Erkrankung mit schleppender (und noch nicht abgeschlossener) Genesung die Website in Ihrer Aktualität stark gelitten hat. Dabei wird die zeitliche Abfolge der Ereignisse gewahrt, allerdings ist u.U. der zuletzt hinzugefügte Artikel nicht unbedingt ganz oben.

Große Grundschule Karl-Liebknecht-GS wird geschlossen!

Sonntag, Juli 1st, 2007

Mit Erschütterung haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, daß der Stadtrat der Stadt Chemnitz am 25.April  2007 die Aufhebung der Karl-Liebknecht-GS beschlossen hat. Soweit mir bekannt, hat lediglich die Linke.PDS mehrheitlich gegen diesen Beschluß gestimmt, aus den anderen Fraktionen gab es nur einzelne Gegenstimmen.
Wir möchten hier noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, daß es mit der bestehenden Schulgröße überhaupt keinen Zwang zu dieser Entscheidung gab, vielmehr wird durch diesen Beschluß unleugbar deutlich, daß die mehrheitliche Stadtratspolitik auf die Minimierung der Ausgaben für Schulen und unsere Schüler gerichtet ist. Speziell die oft gehörte Aussage “Wir möchten ja keine Schulen schließen, uns bleibt aber gar keine Wahl” - für viele Elternvertreter immer schon eine dünne Ausrede - erscheint dadurch in einem ganz anderen Licht.
Auf viele der betroffenen Kinder kommen unzumutbare Schulwege (mitten durch die Innenstadt oder am Schloßteich entlang) zu. Es bleibt zu hoffen, daß die Vorsehung  “Schicksalsfälle” in diesem Zusammenhang verhindert; der Stadtrat tut es jedenfalls nicht.

Entwurf Stellungnahme Aufhebung der Berufsvorbereitenden Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC)

Sonntag, Juli 1st, 2007

Hier ein Auszug der wichtigsten Punkte aus dem Entwurfstext:

Entsprechend Wortlaut des Aufhebungsbeschlußantrag B-171/2007 ist beabsichtigt, in der Stadtratssitzung vom 18.07.2007 zu beschließen:

  • die Aufhebung der Berufsvorbereitenden Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC) gemäß § 24 Absatz 3 Satz 1 in Verbindung mit Absatz 1 des Schulgesetzes des Freistaates Sachsen.
  • die Verlegung des Unterrichtes an die drei Schulen zur Lernförderung mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 und
  • die Nutzung von Ausstattungen des BSZ für Technik II, des BSZ für Technik III und der G.-Weerth-Mittelschule durch die Schulen zur Lernförderung für die Fächer Arbeitslehre und Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales (WTH).

Der Kreiselternrat Chemnitz stellt hierzu fest:

  • >Die Planung der Stadt Chemnitz, die Berufsvorbereitende Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC) aufzuheben, wird vom Kreiselternrat Chemnitz bedauert.
  • Mit Blick auf die bauliche Situation des Objektes, der Lehrkräfteausstattung und den seit Jahren bestehenden Koordinationsproblemen zwischen der Berufsvorbereitenden Ausbildungsstätte zur Lernförderung der Stadt Chemnitz (BALC) und den Schulen zur Lernförderung sieht der Kreiselternrat Chemnitz z.Zt. keine Alternative zu den in der Beschlußvorlage vorgeschlagenen Aktivitäten.
  • Der Kreiselternrat Chemnitz stimmt der Beschlussvorlage B-171/2007 zu, bittet aber um Berücksichtigung der nachfolgend aufgeführten Ergänzungsvorschläge.

Der Kreiselternrat Chemnitz bittet ( Ergänzungsvorschläge ) um :

  • die Prüfung und dauerhafte Überwachung, ob und in welchem Ausmaß die natürlichen Fähigkeiten der Lernförderschüler ggf. Einfluss auf die Bewältigung des Schulweges im Rahmen der Kooperationsobjekte haben,
  • die dauerhafte Unterstützung, Überwachung und Information über die Realisierung des Kooperationsprozesses
  • zweckgebundene Zuweisung der eingespaarten Mittel an die drei Lernförderschule

Bitte lesen Sie den vollständigen Text im PDF-Dokument.

Sitzung der AG Mittelschulen am 24.04.2007

Donnerstag, April 12th, 2007

Liebe Mitglieder der AG Mittelschulen
liebe Vorstandsmitglieder,

hiermit möchte ich Sie im Auftrag des Vorstandes recht herzlich zu unserer nächsten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe Mittelschulen des Kreiselternrates Chemnitz einladen.

Wir würden uns freuen, Sie

am 24.04.2007
um 18.oo Uhr

in der Mittelschule Altendorf, Ernst-Heilmann-Straße, 09116 Chemnitz Altendorf
begrüßen zu dürfen.

Hauptthema ist die Definition notwendiger Reaktionen auf das im Wesentlichen von der langjährigen Schulpolitik des Schulbürgerbermeisters verursachte, katastrophale Einschulungsverhalten bezüglich Mittelschulen in Chemnitz und das hieraus resultierende nur noch schwer abwendbare Sterben weiterer Mittelschulen in Chemnitz.

Ihre Teilnahme ist diesmal besonders wichtig, zumal wir voraussichtlich einen sehr hochrangigen Gast der Stadt begrüßen dürfen, welcher sich ein eigenes Bild machen möchte.

Mit freundlichem Gruß

i.A. des Vorstandes
Andreas Müller
- Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

Einladung als PDF.

Umzug der Albert-Schweitzer-Mittelschule?

Mittwoch, April 11th, 2007

Es ist traurig, wenn von zwei Mittelschulstandorten nur einer überleben kann. In Chemnitz reicht das aber nicht immer, manchmal müssen unbedingt beide Schulen unter die Räder kommen.
Als die Kopernikus-MS zur Aufhebung anstand, war leider nicht viel zu verhindern. Was aber anschließend angedacht war, stellte sich leider - sicherlich aus unglücklicher Verkettung von Umständen - erst heraus, als zum Überdenken und zu einer Diskussion keine Möglichkeit mehr bestand.
Was ist geplant? Nachdem die Kopernikus-MS aufgehört hat zu existieren, soll nun die Albert-Schweitzer-MS dorthin umziehen. Nebeneffekte u.a.: Das beliebte Ganztagsprofil kann nicht mehr wie bisher aufrechterhalten werden und man ist auch weit weg von Natur, finanziellen(!) Förderern, die auch noch Schulsanierung auf eigene Kosten machen wollten etc..
Bitte lesen Sie den offenen Brief des Elternrates der Schule und den Kommentar von Andreas Müller, dem Vorsitzenden des KER-C.

Stellungnahme zur geplanten Aufhebung der Karl-Liebknecht-GS

Montag, April 2nd, 2007

Wenn wir uns gefragt haben, warum ein hochkompetenter Vertreter des KER-C im Schulausschuß anscheinend wenig erwünscht ist, so hatten wir bereits mit dem Desaster der Anmeldezahlen der Mittelschulen in diesem Jahr einige Klarheiten.
Wieviel mehr gingen uns aber die Augen auf, wie oft haben wir mit dem Kopf geschüttelt, als wir uns mit den zwei vorliegenden Beschlußvorlagen zur geplanten Aufhebung der Karl-Liebknecht-GS beschäftigen mußten!
Wir danken den Mitgliedern des KER-C für die postiven Rückmeldungen zu dem vorgelegten Entwurf.
Endgültige Stellungnahme als PDF

Schulleiter des Kepler-Gymnasiums völlig zu Unrecht in der Kritik

Donnerstag, März 22nd, 2007

In Literatur und Film dreht es sich oft einen Feldzug des Bösen gegen die (fast) wehrlosen Guten dieser Welt, wobei die dann meistens gewinnen. So etwas scheint sich derzeit auch in Chemnitz abzuspielen, wobei es aber fraglich ist, ob sich das Blatt immer wieder zum Guten zu wendet. Dieses Mal trifft es nach Andreas Müller den allseits geschätzten Schulleiter des Kepler-Gymnasiums Herrn Lamm.
Was hat er verbrochen? Es wäre zum Lachen, gäbe es nicht die verheerenden Folgen für das Image seines Gymnasiums und seiner Person: Er hat nämlich nach Informationen direkt aus der Schule einer Lehrerin erlaubt, selbst zu entscheiden, ob sie alle Schüler zwangsweise Harry Potter lesen läßt oder einigen auf  Bitte der Eltern ein anderes, gleichwertiges Buch aufgibt.  Kein Ding - oder?
Da hatte er sich aber schwer getäuscht: Wütende Proteste. Aufruhr. Eltern fordern Harry-Potter-Zwang! Und zuletzt laufen sie zur Presse, die daraufhin folgende Geschichte veröffentlicht, die mittlerweile über Spiegel Online und FAZ deutschlandweit verbreitet wird: Schulleiter zensiert! Schulleiter verbietet den armen, unschuldigen Harry Potter an der ganzen Schule!
Was kann er da machen? Fast nichts: seine Erklärungen auf der Homepage der Schule werden kaum jemanden erreichen.
Bitte lesen wenigstens Sie,  was er selbst dazu zu sagen hat:

Informationsveranstaltung

Mittwoch, März 21st, 2007

Es gibt eben manchmal Leute, die nicht wissen, wann ein Spiel aus ist. So erreichte uns gestern statt der von mir dringend vom ehemaligen Vorsitzenden angefragten Zahlen zu den Einschulungen der letzten 2-3 Jahre (es gab nämlich immer noch keine Übergabe an den Nachfolger) von dritter Seite folgende Zuschrift:

Hallo,

nach den letzten Wochen, ist das Ansehen des KER nicht gerade gestigen.
Wir glauben deshalb, das es notwendig ist, das wir über einige Dinge reden sollten.
Im Interesse aller Eltern, welche dem KER vertrauen.
Wir streben deshalb ein Treffen mit dem Vorstand des KER an.
Schlagt uns einen Termin vor (eventuell einen Ersatztermin).
Wir würden uns über eine positive Entscheidung freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer und Norbert

Wir können natürlich jetzt erst einmal die Fragen des Erhaltes von Mittelschulen, der Schließung von 3-zügigen Grundschulen, der zu geringen Mittelbereitstellung an den Chemnitzer Schulen, die Frage zu niedriger Temperaturen in Klassenräumen (”Frost in Klassenräumen”), die Frage des Schülerverkehrs und viele andere, von uns zur Zeit dringendst  (weil seit Jahren liegen geblieben) zu bearbeitenden  Themen zur Seite legen.  Wir können uns hinsetzen  nach endlich wieder an den Tag gelegter Aktivität über “Außenwirkung” und das “veränderte Ansehen des Gremiums” debattieren und uns über den Blödsinn amüsieren, der in den letzten Tagen veranstaltet wurde. Wir können uns aber natürlich auch auf die Arbeit konzentrieren, die die Eltern von uns erwarten.

Der Vorstand geht auf den  Vorschlag ein  und bietet ein solches Gespräch an. Wenn genügend Interesse besteht, handeln wir das auch nicht nur in einem Gespräch mit dem Vorstand, sondern gleich in der Vollversammlung ab. Deswegen fragen wir:

Wie sehen das die anderen Mitglieder des KER-C?


Update: Wir freuen uns über die unwahrscheinlich unterstützenden Zuschriften! Informationsbedarf hat allerdings sonst niemand angmeldet. Am nächsten Tag erreichten uns auch die Daten. Norbert Okoniewski legt Wert darauf, daß er diese schon einmal per Fax bereitgestellt hat. Es läßt sich nicht mehr klären, was passiert ist. Und man legt ebenfalls ausdrücklich Wert darauf, daß es sich um eine reine Informationsveranstaltung handelt und nicht um ein Weiterköcheln dieser Bildergeschichte.

OFFENER BRIEF ZU DEN MITTELSCHULEN IN CHEMNITZ

Dienstag, März 20th, 2007

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
sehr geehrte Damen und Herren der Sächsischen Bildungsagentur,
sehr geehrte Damen und Herren von Schulverwaltungs- und Jugendamt,
liebe Vertreter des Kreiselternrates und des Stadtschülerrates Chemnitz,

am Samstag, den 17.03.2007 wurden in der Presse die bisherigen Anmeldungen im Mittelschulbereich veröffentlicht. Zu unserer großen Enttäuschung sehen wir uns bestätigt in der Auffassung, daß die letzten Schulschließungen im Mittelschulbereich in keinster Weise der Stabilisisierung des Chemnitzer Schulnetzes dienten, sondern das Problem nur immer weiter in das Stadtinnere holten und weiter verschärften.

Im Zuge der letzten Schulschließungen wurden im Wesentlichen die Randschulen der Stadt Chemnitz zur Schließung ausgewiesen, so die Mittelschulen in Grüna, Wittgensdorf und Harthau. Der Kreiselternrat Chemnitz hat immer davor gewarnt, diese Schulen zu opfern, nicht zuletzt mit dem Bürgerbegehren 2005 dies zu verhindern versucht bzw. mit der ablehnenden Aussage in der vor wenigen Tagen eingereichten Stellungnahme zur Schließung der Mittelschule Wittgensdorf.

Mittlerweile ist der komplette Norden und Süden von Chemnitz “Mittelschulfrei”!

Während sachsenweit die “.. allermeisten Mittelschulen und Gymnasien entspannt das neue Schuljahr planen ..” (Zitat Sächsische Zeitung) tituliert die Freie Presse in Chemnitz: “.. Hälfte der Chemnitzer Mittelschulen mit zu wenigen Anmeldungen ..”. So sind in der Freien Presse allein 5 vom 10 (+2) Mittelschulen der Stadt Chemnitz aufgeführt, die derzeit gerade so knapp eine bzw. gar keine Klasse bilden.

Es ist nicht zu leugnen, daß sich die Schülerzahlen derzeit im Oberstufenbereich halbiert haben. Wir möchten jetzt auch nicht eine Diskussion führen, ob sich die Schülerzahlen zukünftig wieder drastisch oder weniger drastisch erhöhen, sondern uns darauf beschränken, daß sie soweit anwachsen, daß bisherige Prognosen zu Kindertagesstätten längst revidiert und Neueröffnungen vorgenommen werden mußten, ohne daß Wartezeiten in einigen Stadtteilen ausgeschlossen werden konnten.

Beschränken wir uns auf den derzeitigen Stand einer Halbierung der Schülerzahlen gegenüber 1988/9 (dem Ende der DDR), muß dem gegenüber gesetzt werden, daß sich die Anzahl der noch einschulberechtigten öffentlichen Mittelschulen in Chemnitz bereits auf weniger als ein Drittel gegenüber dem Stand 1998 reduziert hat und bei weiteren potentiellen Schließungen auf unter ein Viertel absinken kann! Dies wäre die weitgehende Verabschiedung der Stadt Chemnitz aus diesem Schulbereich! Ein völlig undenkbares Szenario!

In den letzten 10 Jahren geschlossene oder zur Aufhebung ausgewiesene öffentliche Mittelschulen:
01 Alexander-v.-Humboldt-Mittelschule
02 Baumgartenschule Grüna
03 Blaise-Pascal-Mittelschule
04 Dr.-Theodor-Neubauer-Mittelschule
05 Emanuel-Gottlieb-Flemming-Mittelschule
06 Gottfried-Keller-Mittelschule
07 Johann-Gottfried-Herder-Mittelschule
08 Karl-Liebknecht-Mittelschule
09 Kirchner-Mittelschule Wittgensdorf (incl. ihrer Außenstelle MS “Röhrsdorf”)
10 Käthe-Kollwitz-Mittelschule
11 Max-Plank-Mittelschule
12 Mittelschule Borna
13 Mittelschule Harthau (incl. ihrer Außenstelle MS “Einsiedel”)
14 Mittelschule Markersdorf
15 Mittelschule Rabenstein
16 Nikolaus-Kopernikus-Mittelschule
17 Pablo-Neruda-Mittelschule
18 Schlossschule Mittelschule
19 Theodor-Körner-Mittelschule
20 Valentina-Tereschkowa-Mittelschule
21 York-Mittelschule

Bereits davor geschlossene öffentliche Mittelschulen:
22 Mittelschule Siegmar (später zeitweise Außenstelle der Mittelschule Schönau)
23 R.-Koch-Mittelschule
24 Otto-Lilienthal-Mittelschule
25 Mittelschule “Einsiedel” (später zeitweise Außenstelle der Mittelschule Harthau)

Noch zur Einschulung freigegebene öffentliche Mittelschulen:
01 Albert-Schweitzer-Mittelschule
02 Annen-Mittelschule
03 Friedrich-Adolf-Wilhelm-Diesterweg-Mittelschule
04 Georg-Weert-Mittelschule
05 Josephinenschule -MS -
06 Mittelschule Altendorf
07 Mittelschule “Am Flughafen”
08 Mittelschule Reichenbrand
09 Mittelschule Schönau
10 Untere Louisenschule -MS-

Noch zur Einschulung freigegebene öffentliche Mittelschulen mit Sonderkonzepten:
11 Jan-Amos-Comenius-Mittelschule (Sonderschule: Sportschule)
12 Chemnitzer Schulmodell Abrecht-Dürer-Schule (Sonderpädagogisches Konzept)

Von ehemals mindestens 35(+2) Mittelschulen dürfen somit derzeit noch 10(+2) Mittelschulen einschulen.

Recht zu erhalten ist nicht immer schön, kann sogar mitunter sehr weh tun.

Das derzeitige mehrfache Nichterreichen der notwendigen Schülerzahlen trotz Reduzierung der Mittelschulen auf unter ein Drittel in Chemnitz, während in anderen Landesteilen Sachsens die “… allermeisten Mittelschulen und Gymnasien entspannt das neue Schuljahr planen …” (Zitat Sächsische Zeitung), läßt leider keinen anderen Schluß mehr zu, als daß die vom längjährigen Schulbürgermeister verfolgte Politik im Mittelschulbereich tatsächlich als grundlegend gescheitert angesehen werden muß und die Stadt Chemnitz deswegen heute vor kaum lösbaren Problemen steht.

Die Schließung der Randschulen hat dazu geführt, daß große Teile potentieller Mittelschüler der Stadtteile Röhrsdorf, Wittgensdorf, Glösa-Draisdorf, Heinersdorf, Ebersdorf, Euba, Kleinolbersdorf-Altenhain, Einsiedel, Erfenschlag, Harthau, Klaffenbach, Hutholz, Mittelbach und Grüna sowie geringere Teile der Stadtteile Reichenhain und Adelsberg sich nicht mehr im “Oberzentrum” Chemnitz beschulen lassen, sondern statt dessen in Umlandgemeinden ausweichen.

Unterstützt wird dieser Prozess durch deutlich höhere Mittelbereitstellungen der Umlandgemeinden für ihre Schulen sowie durch eine teilweise deutliche kostengünstigere Schülerbeförderung dort. So sind die schülerbezogenen Mittelbereitstellungen in den Umlandgemeinden zum Teil doppelt so hoch, wie in Chemnitz.

Die jahrelange zu geringe Mittelbereitstellungen in Chemnitz tut allen Schularten weh. Die Mittelschulen als sozialer Brennpunkt trifft es besonders hart. Der Hilfeschrei der Mittelschulen im vergangenen Jahr verstummte leider viel zu schnell wieder und führte zu keiner Verbesserung in Chemnitz.

Die Flucht ins Umland und - seit der Öffnung der Bildungsempfehlung für Gymnasien auch dorthin - ist derart konsequent und massiv, daß bereits zeitnah das Funktionieren eines die Kinder erfolgreich auf das spätere Leben vorbereitenden Mittelschulbetriebes trotz größter Anstrengungen der Lehrerschaft und Schulleitungen immer problematischer wird.

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, daß es sich diesmal nicht um ein Problem der Landesschulpolitik handelt, sondern hausgemacht ist.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Frau Barbara Ludwig, hat sofort nach ihrem Amtsantritt unter ihrer Leitung einen Arbeitskreis zur Fachkräfteproblematik eingerichtet, der hervorragend arbeitet und bereits jetzt erste Verbesserungen veranlasst hat. In ihm sind neben der CWE, der IHK, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit, der Sächsischen Bildungsagentur, dem DGB, dem Arbeitskreis “Schule-Wirtschaft” und der BWC unter anderem auch Frau Hetzel und Herr Müller vom Kreiselternrat sowie Herr Hufenbach vom Stadtschülerrat vertreten.

Der Kreiselternrat Chemnitz bittet Frau Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ausdrücklich darum, unter ihrer Leitung einen analogen Arbeitskreis “Mittelschulen” einzurichten, welcher eine grundlegende Änderung der Stadtpolitik im Mittelschulbereich und - was noch viel wichtiger ist - eine deutliche Verbesserung bei den Mittelschulen insgesamt - bewirken soll. Es ist hierbei höchste Eile geboten.

Ohne die Entscheidungsmöglichkeiten der Oberbürgermeisterin bei der Belegung einer solchen Arbeitsgruppe einschränken zu wollen, möchten wir empfehlen, neben Herrn Näther (Schulverwaltungsamt) und Herrn Pethke (Jugendamt) sowie eines Vertreters der Sächsischen Bildungsagentur vor allem Schulleiter, Vertreter der Jugendeinrichtungen (Ganztagsschulen) sowie des Kreiselternrates Chemnitz und Stadtschülerrats Chemnitzes anzusprechen.

Wir möchten gleichzeitig die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ausdrücklich darum ersuchen, Ihre gesamte Kompetenz und Kraft als Oberbürgermeisterin dafür einzusetzen, daß im Rahmen der Lenkungsgespräche an allen 10 (+2) Mittelschulen Klassen eröffnet und der Mitwirkungsentzug durch das SMK für diese Jahrgangsstufe in jedem Fall verhindert wird.

Wir bieten schon heute sowohl für den Arbeitskreis “Mittelschulen” als auch für die Lenkungsgespräche unsere Mitarbeit an.

Mit freundlichem Gruß

gez. Andreas Müller
- Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Ines Hetzel
- 1. Stellv. Vorsitzende des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Jonas Lange
- Stellv. Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Sonja Grundmann
- Stellv. Vorsitzende des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Bernd Günther
- Stellv. Vorsitzender des Kreiselternrat Chemnitz -

gez. Annett Beitzel
- kooptiertes Vorstandsmitglied und Vorsitzende Arbeitsgruppe Förderschulen des Kreiselternrat Chemnitz -

Sachsenweiter Artikel in der Morgenpost vom 18.03.2007

Montag, März 19th, 2007

Nach der völlig in die Irre gegangenen Berichterstattung in der Chemnitzer Lokalpresse der letzten Tage (um es einmal positiv zu formulieren), möchten wir Ihnen hier folgenden Text  nicht vorenthalten, der am  Sonntag, dem 18.März 2007 auf Seite 2 der Morgenpost sachsenweit erschienen ist.


Porno-Posse

Es hätte eine kleinkarierte Posse in einer sächsischen Großstadt sein können.
Posse  geht aber nur, wenn man darüber gemeinsam lachen kann.
Nur hier ist vielen das Lachen vergangen. Denn es geht nicht nur um unterschiedliche Meinungen, streitbare Personen, Einfluss und Macht sondern auch um Verklemmtheit, Parteienintrigen und wie man mit Rufmord unliebsame Kandidaten bei Wahlen verhindert.
Aber der Reihe nach. Da engagiert sich seit 10 Jahren ein zweifacher Vater nicht nur für das Wohl und die Erziehung  seiner, sondern aller Kinder in Chemnitz. Unentgeltlich, aber sachkundig und streitbar im Kreiselternrat. Gleichzeitig hat er eine Internetseite eingerichtet, um zu mitdenken und mitdiskutieren einzuladen.
Auf dieser Internetseite hatte er unter P18, auch erotisch-frivole “Späßchen” eingestellt, denen wir inzwischen täglich in keiner Boulevardzeitung oder Satirezeitung entgehen können. Geschmackssache!
Keiner der 10.000 Onlinebesucher  nahm daran Anstoß. Aber jetzt kommt’s!!!
Jetzt stellte sich dieser junge streitbare Mann zur Wahl für den Schulausschuss der Stadt.
Und er ließ unter der Hand verlauten, dass er auch gerne Kreisgeschäftsführer der CDU werden würde. Das erschien manchen im Vorfeld schon verhinderungswert.
Aus diesen Kreisen gab man deshalb einer “grünen” Politikerin den Hinweis sich doch einmal die “unglaublichen Eroticas” auf dieser Internetseite anzusehen. Sie war so sehr “geschockt” davon, dass sie in einer Mail alle Stadtpolitiker aufforderte, sich diese Präsentation anzusehen und bei ihrer Wahlentscheidung zu berücksichtigen.
Ich vermute einmal, dass die meisten Stadtpolitiker diese Präsentation schon kannten, oder sich selbst seit Jahren schon gegenseitig zugesandt hatten.
Aber interne heuchlerische Entrüstung reichte nicht aus. Deshalb musste es an die Presse gegeben werden.
Und der erstaunte Bürger las: Pornobilder auf der eigenen Internetseite. Kreiselternratchef unter Druck. Und wer ganz selektiv die Zeitung liest, las: Kinder, Mädchen, Pornos. Immer verbunden mit dem Namen eines bekannten, unbescholtenen und engagierten Mannes.
Natürlich wurde er nicht gewählt. Natürlich hatte man jetzt auch die Begründungen für die Nicht-Wahl.
Natürlich gab es jetzt auch die gut gemeinten Ratschläge an ihn, sich nicht noch für weitere Stellen zu bewerben, weil er nach diesen Vorwürfen nicht vermittelbar sei.
Natürlich lud ihn die TU Chemnitz von seinem Referat bei der sonntäglichen Pfiffikus-Veranstaltung wieder aus.
Natürlich müssen seine Frau, seine Töchter, seine Eltern das Tuscheln, abschätzige Grinsen und sensationslüsterne Betrachten anderer über sich ergehen lassen. Denn immerhin haben sie ja einen in der Familie, der sich (vorgeblich) für Kinder engagiert und gleichzeitig Pornographie im Internet plakatiert.
Um einen Menschen zu erledigen braucht man nicht unbedingt eine Waffe, eine künstlich provozierte Schlagzeile kann es auch.
Porno-grafie  heißt wörtlich übersetzt Huren-Schrift.
Oft wird Politik als Hure bezeichnet. Das ist sie nun wirklich nicht. Obwohl man bei manchen intriganten Vorgängen in der Politik schon den Eindruck haben könnte.
Oder?

Heinz Eggert
Staatsminister a.D, MdL

(abgedruckt in der Morgenpost vom 18.03.2007/hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors)